Maler Christian Speyer

Christian Speyer erblickte als Sohn des Pfarrers von Vorbachzimmern am 21. Februar 1855 das Licht der Welt. Das Buch “Die Stuttgarter Kunst der Gegenwart“ bezeichnet ihn im Jahr 1913 als eine „in dem ganzen Kreis deutscher Kunst eigenartige Erscheinung“. Er malte bevorzugt Pferde, für die er sich seit frühester Kindheit interessierte.
Viele der Vorfahren Christian Speyers waren Pfarrer und Dekane in Mittelfranken. So war es nicht verwunderlich, dass auch er zunächst diesen Weg einschlug. Er studierte in Blaubeuren. Aber das Studium alter Sprachen war nichts für ihn. Er fühlte sich eher der Kunst hingezogen. Aber als er sechzehn war, misslang der erste Versuch, zur Kunst überzuwechseln. Mit achtzehn dann, zur Belohnung für ein bestandenes Examen durfte er zur Weltausstellung nach Wien, war es endlich soweit. Dort fiel zum Entsetzen der Familie der Entschluss: “Ich werde Maler“. Zu allen anderen Berufen hätte er die Zustimmung der Eltern bekommen, aber es half nichts. Der junge Christian blieb bei seiner Entscheidung.
So besuchte er die Kunstschule in Stuttgart. Gerne hätte er auch einmal ein Atelier für sich alleine gehabt, meist musste er aber mit zwei anderen Studenten auf kleinstem Raum zusammen gedrängt an großen Bildern.
Im Jahr 1881 führte ihn sein Weg mit einem Stipendium in der Tasche nach Italien. Dort hatte es ihm vor allem Michelangelo in der sixtinischen Kapelle angetan. Und hier begegnete er auch dem Afrikaforscher Nachtigall, der gerade als deutscher Konsul nach Tunis gehen wollte. Speyer war mit den Gedanken an orientalische Farbenromantik und Pferde leicht zu überreden, und begleitete ihn.
In Tunis ging es hoch her. Die französische Invasion war nicht gerade auf die Begeisterung der ursprünglichen Einwohnerschaft gestoßen. Es kam häufig zu kriegerischen Auseinandersetzungen und man konnte das Haus nicht unbewaffnet verlassen.
Im Hause des englischen Konsuls war das Leben allerdings recht angenehm. Mit dem Verkauf von Bildern verdiente sich Speyer und sein Mitbewohner Fuchs aus Berlin den Lebensunterhalt.
In Stuttgart hatte sich inzwischen der Verein zur Förderung der Kunst gebildet. Der bestellte Bilder bei in Stuttgart ansässigen Malern. Einen solchen Auftrag hatte auch Speyer in Aussicht. Und so ging er zurück „ins Ländle“.
Den Auftrag erhielt er, und auch eine satte Anzahlung von 500 Mark. Er sollte das Bild „Tunesische Vorposten“ malen, was er auch tat. Allerdings hielt es ihn nicht lange in Stuttgart. Es zog ihn 1883 nach München. Die schöne Anzahlung musste er zurück geben.
In München erarbeitete er sich mit seinen „trefflich komponierten, in der Färbung eigenartigen Bildern“ eine geachtete Stellung unter den Künstlern der späteren Sezession. Kürzere Studienaufenthalte führten ihn 1885 nach Berlin und 1887 nach Paris.
Im Jahr 1901 wechselte Speyer wieder zurück nach Stuttgart. Er war nun Lehrer für Zeichnen an der Stuttgarter Akademie. Am 05. Oktober 1929 starb er hier.
Zeit seines Lebens malte Speyer Pferde. Man wird kaum ein Bild von Ihm finden, auf dem nicht ein Pferd zu sehen ist. Aus seiner Liebe zu diesen Tieren heraus verstand er es, sie in ihren Bewegungen, in ihrem Wesen genau zu treffen. Seine Bilder vermitteln die Freude des Malers am Motiv. Sie wirken bewegt, natürlich und lebendig. Speyer malte gerne mit satten, reinen Farben und Farbkontrasten. Hierzu malte er mit Tempera, den Farben, die bereits vor der Einführung der Ölfarben im 16. Jahrhundert verwendet wurden. Das klappte aber nicht von Anfang an. Das erste Bild, den Truppeneinzug im Lindenhof im Jahr 1871, übermalte der Künstler wieder mit Ölfarbe. Erst hinterher entdeckte er, dass eine falsch präparierte Leinwand der Grund für das unbefriedigende Ergebnis war. Als Temperamaler machte er sich einen Namen und seine Schimmel mit warmem Licht und kalten Schatten gehören nach dem eingangs erwähnten Buch zu den prächtigsten Gebilden, die die schwäbische Kunst hervorgebracht hat.
Kunstlexika bezeichnen Speyer als einzigartige Persönlichkeit und Künstler und als temperamentvollen Temperamaler.
Seine Bilder findet man in Museen von Stuttgart über Straßburg und Zürich, hier nämlich die oben bereits erwähnten Tunesischen Vorposten, bis Breslau. In der Garnisonskirche von Ulm malte Speyer die apokalyptischen Reiter und die Bekehrung des vom Pferd stürzenden Paulus. Beide Bilder haben Formate von jeweils drei mal fünf Metern. Heute liegen sie aber leider im Depot. Einige seiner Werke haben aber auch ihren Platz in Vorbachzimmern und Niederstetten gefunden.
Neben seinen Reiterbildern illustrierte Speyer auch Bücher wie „Unser Volk in Waffen“ und „Schlachtenschilderungen“. Für die Illustrierte Welt fertigte er die Zeichnung „Amerikanische Rinderhirten verteidigen sich gegen Indianer“.
Speyer wurde ausgezeichnet mit dem Preisdiplom der Dresdner Aquarell-Akademie im Jahr 1887.

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